Die erste Woche... und soviele Gedanken

Jetzt ist es Montag der 23. Oktober 2006 und die erste Woche ist rum...
Ich weiß nicht wirklich wie ich sie bis jetzt durchgehalten habe...
Während ich hier schreibe habe ich einen Kloß im Hals und ich muss mich stark beherrschen die Tränen zurückzuhalten...

Am letzten Montag... moment...

was ich bis jetzt hier noch garnicht geschrieben habe, aber was Du Dir wohl sicher denken kannst ist, dass ich sie immer noch über alles liebe.... obwohl mir alle um mich herum sagen dass ich sie doch eigentlich abgrundtief hassen müsste für all das was sie mir in der letzten Zeit, den letzten Monaten angetan hat, liebe ich sie einfach nur von ganzem Herzen und jede Sekunde ohne sie quäle ich mich und wünschte mir ich könnte die Zeit einfach zurückdrehen... könnte ich das nur...
All meine Gedanken, meine Gefühle und mein Bewusstsein drehen sich nur um sie und den tiefen Wunsch dass sie nur einsehen soll was sie mir antut und dass es für uns beide noch eine reelle Chance geben würde wenn sie nur auch wollte.... das Schlimme ist nur, dass sie im Moment so davon überzeugt ist dass sie das Richtige getan hat dass es mir umso mehr weh tut.
Warum sieht sie nicht was ich sehe?
Ich hoffe sie wird es irgendwann tun... und ich flehe darum dass es bald sein wird.

Zurück zum letzten Montag...
Nachdem ich die Nacht sogar geschlafen hatte (was 20 Schlaftabletten auf einmal so alles zustande bringen...wow), bin ich morgens zur Arbeit gefahren... mehr Zombie als Mensch... alles rauschte an mir vorbei, aber trotzdem bin ich sogar vernünftig gefahren... keiner soll leiden nur weil ich es tu.... aber mein Leiden sollte bald enden in meinen Gedanken.
Ich fuhr also zur Arbeit, erledigte wie ein Roboter die wichtigsten Aufgaben, übergab all meine laufenden Projekte an einen Kollegen und ging zum Chef. Ich erklärte ihm ganz knapp die Situation und ließ mich für die ganze Woche beurlauben... obwohl ich nicht vorhatte überhaupt noch soviel Urlaub zu brauchen.

Dann fuhr ich heim, tief in mich gekehrt mit den Gedanken nur auf eines gerichtet: Wie tu ich es?
Dann kam mir eine vermeindlich gute Idee.
Ich kenne mich natürlich selbst und weiß, dass ich so ein Feigling bin dass ich mir nicht selbst was antun kann. Adern aufschneiden, auf die Gleise legen, was auch immer. All das erfordert soviel Mut den ich nie würde aufbringen können. An eine Pistole kommt man in Deutschland leider auch nicht so schnell ran wie in Amerika und genausowenig an "wirkungsvolle" Schlafmittel. Alle in Deutschland zugelassenen Mittelchen sind völlig unbrauchbar um sich auf Ewig einzuschläfern...

Meine Idee war ausgefallen und eigentlich nichtmal dumm... auch wenn es wie Du Dir logischerweise denken kannst nicht geklappt hat.

Ich habe mich daran erinnert dass Sekundenkleber perfekt klebt... mehr als das. In meinen wirren Gedanken musste es klappen sich "einfach" Nase und Mund so zuzukleben, dass man selbst sich nicht davon würde befreien können.
Also schloss ich mich in mein Zimmer ein, legte die Briefe an meine Eltern und meine Verflossene auf den Zimmerboden, legte mich aufs Bett mit einem Foto von ihr vor mir und fing an...

Ich habe es zweimal versucht... aber der eigene Körper entwickelt so eine Panik und kraft, dass sogar Sekundenkleber nachgibt und man sich eher die Lippen abreißen würde als einfach dem inneren Drang zu sterben nachzugeben. Man reißt unkontrolliert und ohne sich wehren zu können den Mund auf und will nach Luft ringen dass der Kleber nachgibt, die Lippen aufreißen und man doch wieder da liegt im tiefsten Kummer und der verfluchte Körper doch weiterleben will.... entgegen dem was der Geist empfindet... dem eigenen Körper ist also das körperliche weiterleben wichtiger als der Schmerz den man in der Seele spürt.... das ist so krank!!!

Ich muss jetzt leider schon schluss machen, aber ich werde hier weiterschreiben sobald ich dazu komme.... vielleicht heute Abend. Sonst morgen.

Ingo

23.10.06 16:26

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Vicky / Website (23.10.06 23:04)
Lieber Ingo,
ja es ist echt schwer, mit soetwas umzugehen.
Und du bist nicht der erste, der auf die Idee gekommen ist, das Leben zu beenden. Ich glaube, dieses Gefühl kennt wohl jeder, einfach nicht mehr weiter zu wissen. Ich kann es verstehen. Aber Ingo, das Leben geht weiter. Denn schon bald wirst du die Sache objektiv betrachten können. Aus einem ganz anderem Standpunkt. Aber bis dahin: Trauere. Lass den Schmerz aus dir rauds. Damit du dann, losgelöst vom Schmerz, einen neuen Lebensabschnitt beginnen kannst.
Sei Stark.
Vicky

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