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Der erste Eintrag

Hallo Du, wer auch immer Du bist.

Bis heute habe ich eigentlich nichts von Blogs gehalten. Im Gegenteil, ich konnte echt nicht nachvollziehen wie jemand sein Leben so veröffentlichen kann... Ich glaube jetzt denke ich ein wenig anders darüber, denn sonst gäbe es diese Seite ja nicht.

Mein Name ist Ingo, ich bin 23 und wohne in NRW.
Bis vorletzten Sonntag, dem 15. Oktober 2006 war ich noch nicht Single.
Ich hatte eine perfekte Beziehung mit einer wunderbaren Frau. Wir haben uns am 3. August 2001 kennengelernt, uns am 3. Januar 2003 verlobt...

wir waren 5 Jahre, 2 Monate und 12 Tage zusammen. Wir waren glücklich.

Was hat sie dazu bewogen mich nach all der Zeit zu verlassen?
Mich so zu verletzen?
Mein herz rauszureißen und mir vor die Füße zu werfen?

Von allen Menschen um uns herum hörten wir immer nur "Ihr beide seid das perfekte Paar". 
Und das waren wir auch und das glaube ich auch bis heute.


Dies ist der erste Eintrag in diesem Blog. Ich weiß nicht ob ich täglich was schreiben werde. Vermutlich eher nicht.
Aber ich werde immer was schreiben wenn mir danach ist und versuchen unsere ganze Beziehung Revue passieren zu lassen und vielleicht irgendwann selbst dahinterkommen warum es kein "uns" mehr gibt.
Dabei werdet Ihr sicher erfahren wer ich bin und warum ich im Moment so sehr leide und was das besondere an unserer Beziehung war.

Ingo

1 Kommentar 23.10.06 15:43, kommentieren

Der Tag der Trennung

Ich glaube dieser Tag war der mit Abstand schlimmste in meinem zugegebenermaßen noch jungen Leben.

Meine Freundin...nein...meine Verlobte und ich hatten uns kennengelernt als sie noch 16 und Schülerin war und ich 18 und mitten in der Berufsausbildung.

Ich saß an einem Tag im Juli 2001 am Rechner, mir war langweilig, als mein mit-Azubi Christian (der grad nach Mädels aus seiner Nähe in ICQ suchte) meinte mir auch eine der Nummern zu geben die er gefunden hatte.
Mit den Worten "hier haste die Nummer von ner Dummen" schickte er mir die Nummer. Ich addete sie und chattete kurz mit ihr. Als ich zu Hause war haben wir weiter gechattet. Dann fast jeden Abend...

Als die Sommerferien näherrückten und sie mit ihren Eltern nach Italien fuhr schrieb sie mir eine Postkarte und irgendwie wussten wir beide schon, dass da mehr war. Obwohl wir uns noch nie persönlich gesehen hatten.

Aber das sollte sich ändern, denn am 3. August 2001 hatten wir uns in ihrer Stadt verabredet. Ich stieg in den Zug und voller Erwartung, Nervosität und was sonst noch alles stieg ich am Bahnhof bei ihr aus... aber sie war nicht da...

Ich stand gut 3 Minuten rum, mit dem Rücken zur Treppe, als ich von hinten die süße Stimme des Mädchens hörte mit dem ich ein paar Tage vorher noch telefonisch das Treffen vereinbart hatte: "Ingo?" fragte sie. Ich drehte mich um und sofort war mein Leben verändert.

Ich weiß nicht was es war, aber sie war perfekt. Sie hatte keinen Traumkörper wie uns ihn die Medien aufdrücken wollen. Nein, sie WAR es einfach.

Wir gingen erstmal Eis essen, später dann zu ihr. Eigentlich wollten wir ins Kino gehen um 5, aber wir saßen so lange auf Ihrem Bett und quatschten, dass wir das ganz vergaßen. Also gingen wir dann um 8 erst "Evolution" haben wir geguckt.

Noch bis vor ein paar Monaten hat meine Freundin immer wieder lächelnd daran denken müssen wie sich im Kino unsere Ellbogen berührt hatten und ich meinen wohl direkt, schüchtern wie ich war, zurückgezogen habe und sie schon dachte ich wolle nichts mit ihr zu tun haben

Aber was schreibe ich hier eigentlich?...... ich wollte doch eigentlich mit dem letzten und nicht mit dem ersten Tag unserer Beziehung anfangen..... *seufz*


Vorletzten Sonntag kam sie zu mir. Schon seit Wochen und Monaten hatten wir immer mal wieder "Streit" gehabt und darüber diskutiert, dass sie kaum noch Zeit für mich hatte. Sie studiert seit 2 Jahren knapp 200 Kilometer von mir entfernt und hat die Woche über eine Bude dort.

Darüber werde ich aber später sicher noch mehr schreiben. 
Nicht aber in diesem Beitrag.

Sie kam Sonntag zu mir, ich hatte mir schon sovieles überlegt was ich ihr sagen wollte und wie ich mir unsere weitere Zukunft vorstelle und was wir machen können, damit wir wieder mehr zueinander finden... sie hatte andere Pläne für diesen Tag....

Sie ließ mich anfangen mit dem was ich erzählen wollte, unterbrach mich aber bald schon und meinte "das hat keinen Sinn mehr....".
Ich wusste natürlich worauf sie hinaus wollte, aber ich war mir so sicher dass sie ihre Meinung ändern würde wenn sie nur endlich mal meine Sicht der Dinge sehen würde und endlich mal begreifen würde was ich fühle und dass da wirklich noch eine Zukunft in unserer Beziehung steckt. Aber sie wollte nicht zuhören... unter Tränen brach ich schließlich vor ihr zusammen, heulte und flehte sie an uns doch noch Zeit und eine Chance zu geben... das einzige was sie aber immer nur sagte war "es tut mir leid..." ...

Ich glaube über eine Stunde lang versuchte ich ihr immer und immer und immer und immer wieder ihr klar zu machen warum da noch Hoffnung ist und dass ihr jetziges Leben auch mit "uns" weitergehen kann. Aber sie wollte nicht zuhören. Innerlich hatte sie schon so mit alledem abgeschlossen dass ich vor eine Wand redete. Ich versuchte alles um sie aufzuhalten zu gehen. Ich war sogar so dumm ihr zu drohen mir was anzutun...
Aber irgendwann kamen meine Eltern aus dem Wohnzimmer und meine Mutter verschaffte meiner Freundin die Zeit aus der Haustür zu verschwinden. Meine Eltern waren nämlich auch der Meinung dass es besser für uns beide seie wenn wir endlich den letzten Schritt machen würden und es einfach beenden.... nur mich hat keiner gefragt.

Also ging sie und fuhr weg....

23.10.06 16:07, kommentieren

Die erste Woche... und soviele Gedanken

Jetzt ist es Montag der 23. Oktober 2006 und die erste Woche ist rum...
Ich weiß nicht wirklich wie ich sie bis jetzt durchgehalten habe...
Während ich hier schreibe habe ich einen Kloß im Hals und ich muss mich stark beherrschen die Tränen zurückzuhalten...

Am letzten Montag... moment...

was ich bis jetzt hier noch garnicht geschrieben habe, aber was Du Dir wohl sicher denken kannst ist, dass ich sie immer noch über alles liebe.... obwohl mir alle um mich herum sagen dass ich sie doch eigentlich abgrundtief hassen müsste für all das was sie mir in der letzten Zeit, den letzten Monaten angetan hat, liebe ich sie einfach nur von ganzem Herzen und jede Sekunde ohne sie quäle ich mich und wünschte mir ich könnte die Zeit einfach zurückdrehen... könnte ich das nur...
All meine Gedanken, meine Gefühle und mein Bewusstsein drehen sich nur um sie und den tiefen Wunsch dass sie nur einsehen soll was sie mir antut und dass es für uns beide noch eine reelle Chance geben würde wenn sie nur auch wollte.... das Schlimme ist nur, dass sie im Moment so davon überzeugt ist dass sie das Richtige getan hat dass es mir umso mehr weh tut.
Warum sieht sie nicht was ich sehe?
Ich hoffe sie wird es irgendwann tun... und ich flehe darum dass es bald sein wird.

Zurück zum letzten Montag...
Nachdem ich die Nacht sogar geschlafen hatte (was 20 Schlaftabletten auf einmal so alles zustande bringen...wow), bin ich morgens zur Arbeit gefahren... mehr Zombie als Mensch... alles rauschte an mir vorbei, aber trotzdem bin ich sogar vernünftig gefahren... keiner soll leiden nur weil ich es tu.... aber mein Leiden sollte bald enden in meinen Gedanken.
Ich fuhr also zur Arbeit, erledigte wie ein Roboter die wichtigsten Aufgaben, übergab all meine laufenden Projekte an einen Kollegen und ging zum Chef. Ich erklärte ihm ganz knapp die Situation und ließ mich für die ganze Woche beurlauben... obwohl ich nicht vorhatte überhaupt noch soviel Urlaub zu brauchen.

Dann fuhr ich heim, tief in mich gekehrt mit den Gedanken nur auf eines gerichtet: Wie tu ich es?
Dann kam mir eine vermeindlich gute Idee.
Ich kenne mich natürlich selbst und weiß, dass ich so ein Feigling bin dass ich mir nicht selbst was antun kann. Adern aufschneiden, auf die Gleise legen, was auch immer. All das erfordert soviel Mut den ich nie würde aufbringen können. An eine Pistole kommt man in Deutschland leider auch nicht so schnell ran wie in Amerika und genausowenig an "wirkungsvolle" Schlafmittel. Alle in Deutschland zugelassenen Mittelchen sind völlig unbrauchbar um sich auf Ewig einzuschläfern...

Meine Idee war ausgefallen und eigentlich nichtmal dumm... auch wenn es wie Du Dir logischerweise denken kannst nicht geklappt hat.

Ich habe mich daran erinnert dass Sekundenkleber perfekt klebt... mehr als das. In meinen wirren Gedanken musste es klappen sich "einfach" Nase und Mund so zuzukleben, dass man selbst sich nicht davon würde befreien können.
Also schloss ich mich in mein Zimmer ein, legte die Briefe an meine Eltern und meine Verflossene auf den Zimmerboden, legte mich aufs Bett mit einem Foto von ihr vor mir und fing an...

Ich habe es zweimal versucht... aber der eigene Körper entwickelt so eine Panik und kraft, dass sogar Sekundenkleber nachgibt und man sich eher die Lippen abreißen würde als einfach dem inneren Drang zu sterben nachzugeben. Man reißt unkontrolliert und ohne sich wehren zu können den Mund auf und will nach Luft ringen dass der Kleber nachgibt, die Lippen aufreißen und man doch wieder da liegt im tiefsten Kummer und der verfluchte Körper doch weiterleben will.... entgegen dem was der Geist empfindet... dem eigenen Körper ist also das körperliche weiterleben wichtiger als der Schmerz den man in der Seele spürt.... das ist so krank!!!

Ich muss jetzt leider schon schluss machen, aber ich werde hier weiterschreiben sobald ich dazu komme.... vielleicht heute Abend. Sonst morgen.

Ingo

1 Kommentar 23.10.06 16:26, kommentieren